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Universitäres Wissen kommt Gesellschaft zugute
Studierende im Fachbereich Wirtschaftspädagogik lernen im Engagement
30 Studierende engagieren sich in sechs Service-Learning Projekten

Der Fachbereich Wirtschaftspädagogik der Universität Bamberg und der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg setzen zum Sommersemester gemeinsam ein Service Learning-Modul um. Service Learning ist eine moderne Lernform, bei der Studierende mit ihrem im Studium erworbenen Wissen und mit wissenschaftlichen Methoden gemeinnützige Organisationen wie die Caritas unterstützen. Der Ansatz stammt aus dem US-amerikanischen Raum.

Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz von der Universität Bamberg und Rochus Münzel vom Diözesan-Caritasverband Bamberg sind die Initiatoren. Über 30 Studierende des von Prof. Gerholz geleiteten Moduls Betriebspädagogik arbeiten in sechs Projekten mit der Caritas zusammen. „Die Studierenden lernen beim Service Learning wissenschaftliche Erkenntnisse mit berufspraktischen Anforderungen in Beziehung zu setzen. Durch die Anbindung an die Caritas schaffen wir es, die Studierenden für die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements in der Gesellschaft zu sensibilisieren“, betont Prof. Gerholz.

Welche Bedeutung diese Kooperation für die Caritas hat, hält Rochus Münzel fest: „Wenn wir als Wohlfahrtsverbände auch zukünftig unserem gesellschaftlichen Auftrag gerecht werden wollen, soziale Dienstleistung im Sinne des Gemeinwohls zu gestalten, dann müssen wir ein Bewusstsein für deren Bedeutung schaffen. Das beinhaltet, Möglichkeiten anzubieten, dass unterschiedliche Partner gemeinsam an sozialen Herausforderungen arbeiten und dass man dafür Knowhow und persönliche und fachliche Kompetenzen miteinander vernetzt.“

In den sechs Service Learning-Projekten im Modul Betriebspädagogik geht es u.a. um die Fragestellungen: Wie lässt sich die langfristige Bindung Ehrenamtlicher an Einrichtungen der Caritas verbessern? Wie kann man Studierende für den Freiwilligendienst im Freiwilligenzentrum CariThek gewinnen? Wie kann man das Fort- und Weiterbildungsangebot der Caritas stärker auf Kompetenzgewinnung ausrichten?

Gerholz und Münzel betonen beide, dass es sich bei der jetzigen Kooperation um einen Prototypen handelt, der aber auch über das Sommersemester hinaus in das Studium der Wirtschaftspädagogik Eingang finden soll. „Studium ist immer auch Bildung im Sinne von Persönlichkeitsentwicklung“, unterstreicht Prof. Gerholz. „Es ist von großer Bedeutung, dass angehende Akademiker lernen, den Blick auf Probleme zu lenken, von denen sie selber nicht direkt betroffen sind. Inwiefern uns das über das Format Service Learning gelingt, erforschen wir in unseren Projekten an der Universität.“ Die enge Zusammenarbeit zwischen Studierenden und gemeinnützigen Organisationen sei hierbei ein Erfolgsfaktor. „Uns ist wichtig, dass die Zusammenarbeit im Service-Learning eine Alternative zum klassischen Verhältnis Spender und Empfänger darstellt,“ ergänzt Rochus Münzel. „An die Stelle einer philanthropischen Stifter-Haltung tritt eine professionelle, fachliche Ebene, bei der sich die Partner auf Augenhöhe begegnen.“ Und vielleicht erschließt die Kooperation der einen oder dem anderen Wirtschaftspädagogik-Absolventen den sozialen Dienstleistungsbereich auch als berufliche Perspektive.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeiten der Studierenden werden am 12. Juli 2016 von 17 bis 20 Uhr in einer feierlichen Abschlussveranstaltung im Dr. Philipp-Kröner-Haus, der Zentrale des Diözesan-Caritasverbands, vorgestellt. Hierzu ist die Öffentlichkeit schon jetzt herzlich eingeladen.

Datum: 26.04.2016
Klaus-Stefan Krieger