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Nachbarschaftshilfe als „Soziale Feuerwehr“
Caritas-Freiwilligenzentrum in Neustadt/Aisch informierte und initiierte dabei neue Gründung
Aufmerksame Zuhörer in Illesheim

In der Gemeinde leben, eingebunden und versorgt sein und dort alt werden können – das wünschen sich auch die Bürger aus der Gemeinde Illesheim. Aber was braucht es dazu? Dieses Thema beschäftigt derzeit viele Gemeinden im Landkreis Neustadt/Aisch. Deshalb luden die Kommune und Kirchengemeinde Illesheim sowie das Regionalmanagement in Kooperation mit dem Netzwerk „über Zaun und Grenze“ des Caritas-Freiwilligenzentrums landkreisweit zu einem Informationsabend und als Auftaktveranstaltung nach Westheim ein. Als Referentin stand die Rechtsanwältin, Karin Larsen-Lion, Rede und Antwort. 

"Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern." Mit diesen Gedanken begrüßte die stellvertretende Landdrätin, Gisela Keller, alle Gäste und brachte damit den Kern einer gelingenden Nachbarschaftshilfe auf den Punkt. Das Thema "Engagementpolitik" ist in aller Munde. Und daran mangelt es in der Gemeinde Illesheim ganz bestimmt nicht, denn mit seinen knapp 1000 Eiinwohnern ist es eine der kleinsten Gemeinden im Landkreis mit viel Einsatzwillen und einer großen Engagmentbereitschaft. "Klein aber oho!" betitelte Andrea Linz, Regionalmanagerin im Landkreis, den Ort Illesheim.

Als Ergebnis einer Bürgerbefraguntg im Jahr 2017 wurden in Illesheim verschiedene Sport-, Kreativ, Versammlungs- und Ausflugsangebote sowie Kinder- und Jugendarbeit ehrenamtliche organisiert, die ergänzend und in Zusammenarbeit mit der vorhandenen Vereinsarbeit angeboten werden. Daraus soll nun eine organisierte Nachbarschaftshilfe etabliert werden.

Aber wie soll so ein Netzwerk in Form einer Nachbarschaftshilfe am besten aufgebaut werden? Was ist dabei alles zu beachten? Darauf hatte die Pyrbaumer Rechtsanwältin für ca. 100 interessierte Besucher viele Antworten parat, denn sie betreibt seit 20 Jahren ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe mit Leib und Seele und hat über 300 Nachbarschaftshilfen initiiert, darunter auch 2015 in Scheinfeld und Burghaslach. Gabriele Jakob, eine der beiden Koordinatorinnen der Nachbarschaftshilfe in Scheinfeld, berichtete, dass die Nachbarschaftshilfe Scheinfeld inzwischen sehr gut angenommen wird. Mit der Anschaffung eines Sozialbussese sind nun auch Rollstuhltransporte möglich.

Das konkrete Angebot einer Nachbarschaftshilfe hängt von den Helfern ab. Sie entscheiden, in welcher Form, wie oft und mit welchem Zeitaufwand sie sich engagieren werden", riet Larsen-Lion und betonte, dass Vorhandenes protuktiv genutzt werden sollte. Deshalb umfasst Nachbarschaftshilfe eine breite Einsatzpalette, die sich von Ort zu Ort sehr unterscheidet. Sie geht von Begleitung bedürftiger Menschen bei Erledigungen und Arztbesuchen bis hin zum Schleppen von Blumenkübeln, nannte Larsen-Lion einige Beispiele. Über die Einsätze herrscht Schweigepflicht.

"Die Kirche ist ein wichtiger Partner für die Kommune", spricht Larson-Lion aus Erfahrung. In Illesheim sind die Voraussetzungen bestens. Pfarrer Caesar und Bürgermeister Förster haben ihre Bereitschaft signalisiert und klären miteinander die Rahmenbedingungen einer Trägerschaft.

Illesheim wird also in Kürze mit seiner Nachbarschaftshilfe starten. Hilfsbereite Bürger gibt es. Nun sind die Bürger aufgerufen, diese Dienste zu nutzen. Das Caritas-Freiwilligenzentrum Neustadt/Aisch und das Regionalmanagement werden weiterhin vor Ort unterstützen. Zudem sorgt das Netzwerk "über Zaund und Grenze" für Erfahrungstauschtausch, Fortbildungen, Workshops und Informationen rund um das Thema.

Die Interessierten aus anderen Teilen des Landkreises wurden ermutigt, dieses Thema auch in ihren Orten anzupacken. "Kontaktieren Sie uns, wir unterstützen Sie gerne und kommen zu Ihnen", so Hübner.

Datum: 19.01.2018
Dorothea Hübner
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