Home | Zum Heft | Thema | Projekte | Positionen | Arbeitshilfen | Termine | Kontakt | Links
Boxbild
  Druckversion   Seite versenden
Erstmals wird ein Heiliges Jahr auch in den Bistümern gefeiert
Jahr der Barmherzigkeit
Aufschriften auf den Domstufen weisen auf die Gnadenpforte hin.

Das Thema der Barmherzigkeit liegt Papst Franziskus besonders am Herzen. Dass das Zweite Vatikanische Konzil vor 50 Jahren am 8. Dezember 1965 endete, hat er zum Anlass genommen, ein außerordentliches Heiliges Jahr auszurufen und dieses der Barmherzigkeit zu widmen. Im Erzbistum Bamberg gibt es dazu verschiedene Aktivitäten.

„Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters“, beginnt die päpstliche Einladung zur Mitfeier des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Für Papst Franziskus bildet Barmherzigkeit den Kern des christlichen Glaubens, denn sie ist das Wesen Gottes: „Die Barmherzigkeit Gottes entspringt seiner Verantwortung für uns. Er fühlt sich verantwortlich, das heißt Er will unser Wohl, und er will uns glücklich sehen, voller Freude und Gelassenheit …So wie Er barmherzig ist, sind auch wir berufen, untereinander barmherzig zu sein.“

„Dieses Geheimnis der Barmherzigkeit gilt es stets neu zu betrachten“, betont Franziskus. Das von ihm ausgerufene Heilige Jahr soll Gelegenheit geben, „in ganz besonderer Weise den Blick auf die Barmherzigkeit zu richten und dabei selbst zum wirkungsvollen Zeichen des Handelns des Vaters zu werden.“ Denn das Christentum hat das Gebot der Barmherzigkeit als Aufruf zum konkreten Handeln verstanden. Die Not des Mitmenschen fordert aktive Hilfe. Was zu tun ist, hat die christliche Tradition programmatisch zusammengefasst in den sieben leiblichen und sieben geistlichen Werken der Barmherzigkeit.

Zugleich lädt das Heilige Jahr dazu ein, dass die Christen sich selbst die barmherzige Zuwendung Gottes zusprechen und schenken lassen. Sie sind gerufen, die Sakramente mit zu feiern, insbesondere das Sakrament der Versöhnung. Dies war schon immer ein wesentlicher Aspekt der Heiligen Jahre.

Das Heilige Jahre

Die Tradition des Heiligen Jahres geht auf das Alte Testament zurück. Dort war das „Jubeljahr“ oder „Jubiläum” ein besonderes Heiliges Jahr, das alle 50 Jahre begangen wurde. Das „Jubeljahr“ sollte die Gleichheit zwischen allen Söhnen und Töchtern Israels wiederherstellen, indem es die Menschen, die ihren Besitz und sogar die persönliche Freiheit verloren hatten, wieder in ihre Rechte einsetzte. Die Reichen hingegen erinnerte das Jubeljahr daran, dass sie ihren Besitz und ihre Macht nicht unhinterfragt und für alle Zeit innehaben.

In der katholischen Kirche griff Papst Bonifatius VIII. 1300 die Tradition des Jubiläums wieder auf. Ursprünglich sollte es alle hundert Jahre gefeiert werden. 1475 legte man jedoch einen Rhythmus von 25 Jahren fest. Dieser sollte es jeder Generation ermöglichen, zumindest ein Jubiläumsjahr zu erleben. Bis heute wurde insgesamt 26 Mal ein ordentliches Heiliges Jahr gefeiert. Das letzte war das große Jubiläum im Jahr 2000.

Der Brauch, außerordentliche Jubiläen auszurufen, geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Ein außerordentliches Jubiläum steht im Zusammenhang mit besonderen Anlässen und findet außerhalb des festen Rhythmus statt. Im vergangenen Jahrhundert geschah dies zweimal: 1933 feierte Pius XI. den 1900. Jahrestag der Erlösung und 1983 – 50 Jahre später – erinnerte der hl. Papst Johannes Paul II. an die 1950 Jahre, die seit der Kreuzigung Christi vergangen waren.

Die katholische Kirche hat dem hebräischen Jubeljahr eine mehr geistliche Bedeutung gegeben. Sie besteht in einer umfassenden Vergebung und der Einladung, die Beziehung mit Gott und den Mitmenschen zu erneuern. Damit ist ein Heiliges Jahr stets ein Anlass zur Vertiefung des Glaubens und zu einem erneuerten Lebenszeugnis aus dem Glauben.

Heilige Pforte

Zum Heiligen Jahr gehört in der Tradition der Kirche die „Heilige Pforte“. Denn das Heilige Jahr beginnt mit einem ganz bestimmten Eröffnungsritus. Diesmal wurde am 8. Dezember 2015 die Heilige Pforte des Petersdoms in Rom geöffnet. Diese Tür wird nur in einem Heiligen Jahr geöffnet und bleibt ansonsten zugemauert. Eine Heilige Pforte haben neben dem Petersdom auch die anderen großen Basiliken in Rom: St. Johannes im Lateran, St. Paul vor den Mauern und Santa Maria Maggiore. Der Öffnungsritus symbolisiert, dass den Gläubigen der Weg zum Heil offen steht. Die geöffnete Tür ist Symbol dafür, dass Gott in die Welt kommt und die Welt zu Gott kommt. Mit der Schließung der Heiligen Pforte am Petersdom endet am 20. November 2016 das Heilige Jahr ganz offiziell.

Stand bisher in Heiligen Jahren Rom im Zentrum der Feierlichkeiten, lädt diesmal Papst Franziskus die weltweite Kirche zur Mitfeier in den jeweiligen Diözesen vor Ort ein. Zum ersten Mal gibt es daher nicht nur in Rom Heilige Pforten. Auch die Bistümer dürfen eine Heilige Pforte, die Pforte der Barmherzigkeit, öffnen. Diese „Pforte der Barmherzigkeit“ kann entweder in der Bischofskirche, in einer anderen bedeutenden Kirche oder einem wichtigen Wallfahrtsort sein.

Im Erzbistum Bamberg sind die Marienpforte des Bamberger Doms und das Südportal der Basilika in Marienweiher „Pforten der Barmherzigkeit“. Die Marienpforte des Doms wird seit 1491 auch als Gnadenpforte bezeichnet.

Das Erzbistum Bamberg gestaltet das Heilige Jahr durch verschiedene Aktivitäten. Zentrale Veranstaltungen wie der Diözesankirchenmusiktag, das Heinrichsfest, der Jugendsonntag des BDKJ, der Ottotag der Priester und Diakone und der Diözesantag der Ministranten stehen im Zeichen der Barmherzigkeit. Wallfahrten führen zum Dom und die Pilger ziehen durch

Datum: 02.05.2016
Klaus-Stefan Krieger
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.Ok, verstanden.